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Bimetallmuenzen - Die Proben der Schweizer Gedenkmünzen (Fachbeitrag) Schweizer Flagge
Die Proben der Schweizer Gedenkmünzen


In unregelmäßigen Abständen gibt die Schweizer Münze „Swissmint“ neben den „normalen“ Gedenkmünzen auch Essayabschläge der Gedenkmünzen heraus.

Essay, es ist auch die Schreibweise „Essai“ möglich, ist französisch und wurde vom mittellateinischen „exagium“ abgeleitet was für „Probe“ bzw. „Versuch“ steht.

Prägeanstalt machen bei neuen Stempeln Probeabschläge, um die Qualität der Prägung beurteilen zu können. Dabei geht es hauptsachlich um die Wiedergabe der Bilddetails. Zu feine Strukturen können nur schwer wiedergeben werden, sie brechen aus oder verschwimmen, zu groben Details lassen das Münzbild nicht richtig erkennen.

Bis auf wenige Belegexemplare werden diese Probeprägungen vernichtet. Der Sammler hat, auf solche meist sehr interessante Stücke, keinen direkten Zugriff und kann so nicht die interessante Entwicklung einer Münze verfolgen.

Swissmint ist europaweit die einzige Prägeanstalt bei der Sammler auch an diesen Produktionsschritt teilhaben kann.

Von den Probeabschlägen kommen zwischen 250 - 765 Münzen in den freien Verkauf. Die Tatsache das dies nicht bei jeder Münze passiert mag zwar den „Komplettsammler“ stören, zeigt aber die gute Ausgabepolitik der Schweizer Münze die es nicht auf den Geldbeutel der Sammler abgesehen hat, sondern ihm ab und zu ein „Sahnebonbon“ anbietet um sein Sammelgebiet zu bereichern.

Essayzeichen auf Schweizer Münze
Dies unterstreicht auch der Ausgabepreis der zwischen 100 und 200 Franken liegt.

Jede Probe ist auf der Wertseite, mit einen „E“ das von einen Kreis eingerahmt wird in dessen Mitte das „Schweizer Kreuz“ ist, gekennzeichnet.


Die „Swissmint“ gibt seit 1998 Proben in den freien Verkauf. In den Zusammenhang und mit der Einführung der 5 Fr - Bimetallmünze 1999 führte die „Swissmint-Info“ (Kundenzeitung der Swissmint) mit dem Geschäftsführer Kurt Rohrer ein Interview. Auf die Frage nach der Bedeutung der Proben und den Besonderheiten in diesen Zusammenhang bei Bimetallmünzen antwortet Herr Rohrer:

„Eine neue Münze bringt immer gewisse Anfangsprobleme mit sich. Da stellen sich erst einmal die Fragen, wie die künftige Münze aussehen und welche Größe sie haben soll und welche Prägematerialien verwendet werden sollen. Bei einer Bicolormünze (Bimetallmünze), müssen zudem Durchmesser und Material des Kerns und des Rings bestimmt werden. Ausserdem ist es wichtig, Kenntnisse über das Prägeverhalten der beiden Metalllegierungen zueinander zu haben. Bei diesen unterschiedlichen Fragen geben Probeprägungen, die in einer frühen Phase mit noch nicht fertig gestellten Stempeln geprägt werden, wertvolle Hinweise. …“


So kommt es dann auch das sich die meisten Essaymünzen der Schweiz von den späteren „Normalprägungen“ unterscheiden. Zur besseren Illustration habe ich drei besonders markante Beispiele, Schweizer Probeprägungen im Vergleich zu den späteren Normalprägungen, herausgesucht.


20 Franken - Der Munot zu Schaffhausen - 2007

Hier ist die Prägung beim „Essay“ detailreicher als auf der später realisierten Prägung. Dies wurde aufgrund des Aufwandes aber auch zur besseren Klarheit des Münzbildes reduziert. Besonders gut ist dies an den Steinmauern zu erkennen.

Munot zu Schaffhausen 2007 
(Munot zu Schaffhausen 2007 Essaymünze  / Normalmünze )


5 Franken - Serie „Schweizer Volksbräuche“ Genfer Escalade - 2002

Wie bei dieser Münze wurden auch ganze Motivteile geändert. Die „Swissmint-Info“ schreibt dazu in ihrer Ausgabe 01/2002:

„Bei der Anfertigung der Prägestempel für die Gedenkmünze „Escalade“ hat uns unser Vorstellungsvermögen ein Schnippchen geschlagen. Statt wie ein Wirbel auszusehen, erinnerte die im Zentrum der Bildseite angebrachte Spirale vielmehr an eine Schnecke. Erst durch eine Anpassung der Stempel konnte der gewünschte Wirbeleffekt schliesslich erreicht werden. …“

Bimetallmünze BimetallmünzeBimetallmünze Bimetallmünze
(5 Fr. "Escalade" - Vorder-/Rückseite der Essaymünze und der Normalmünze)

5 Franken - Serie „Schweizer Volksbräuche“ Engadiner Chalandamarz - 2003

Bei dieser Münze wurde das Ornament auf der Bildseite geändert. Das bei de Probeprägung verwendete Ornament stellte sich als zu „asiatisch aussehend“ heraus und wurde deshalb geändert.


Bimetallmünze BimetallmünzeBimetallmünzeBimetallmünze
(5 Fr. "Engadiner Chalandamarz" - Vorder-/Rückseite der Essaymünze und der Normalmünze)


Seit 1998 erschienen 12 Probeprägungen zu 5, 10 oder 20 Franken.

Übersicht der Probeprägungen

1998    20 Fr.              200. Jht der Helvetischen Revolution                                       250 Münzen
1998    20 Fr.              150 Jahre Schweizerischer Staatenbund                                  250 Münzen
1998    20 Fr.              100 Todestag Conrad Ferdinand Meyer                                 500 Münzen
1999    5 Fr.                Winzerfestspiele in Vivis                                                          765 Münzen
2000    20 Fr.              Heiliges Jahr 2000                                                                  750 Münzen
2001    20 Fr.              Kloster „St. Johann zu Münster“ in Graubünden                      600 Münzen
2002    5 Fr.                Genfer Escalade                                                                     700 Münzen
2003    5 Fr.                Engadiner Chalandamarz                                                         700 Münzen
2004    10 Fr.              Matterhorn                                                                             700 Münzen
2005    20 Fr.              100 J. Automobilausstellung                                                    500 Münzen
2006    20 Fr.              Bundeshaus                                                                            500 Münzen
2007    20 Fr.              Munot zu Schaffhausen                                                           500 Münzen

Die „Essaymünzen“ der Schweiz sind ausschliesslich für Interessenten mit Schweizer Wohnsitz zu beziehen. Dies ist nicht im Dauerauftrag möglich. Die Bestellung muss schriftlich oder per Fax an die „Swissmint“ erfolgen. Die Zuteilung erfolgt durch die Swissmint aufgrund des Bestelleingangs und der Kundentreue.

Weitere Informationen zu den Schweizer Bimetallmünzen finden Sie in der Datenbank.


Quellen: Swissmint (Schweizer Münze - www.swissmint.ch), Swissmint-Info (Kundenzeitschrift der Swissmint, zwei Ausgaben pro Jahr), www.wikipedia.de (Online -
Enzyklopädie)

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